Kirchenchor St. Leodegar, Steinfeld |
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Vorgetragen vom Vorsitzenden Alfred Martin anlässlich des Festaktes 2005 in der Wiesentalhalle Steinfeld
Die offizielle Gründung des Kirchenchores St. Leodegar, Steinfeld, zunächst "Cäcilienverein" genannt, erfolgte am 20. März 1880 unter Pfarrer Zimmer. Als 1. Vorstand wird Anton Hundemer genannt, der dieses Amt bis 1896 innehatte. Ihm folgte Johannes Jöckle, der bis 1903 die Geschicke des Chors leitete. Während seiner Amtszeit übernahm Pfarrer Ingermann die Pfarrei Steinfeld und leitete sie von 1898 bis 1909.
Kurz vor seinem Weggang wurde in einer feierlichen Zeremoniedie die Vereinsfahne eingeweiht (1908). Sie zeigt im Zentrum das Bildnis der Heiligen Cäcilia, der Patronin des Kirchengesangs. Vorstand und Dirigent des Chores war zu dieser Zeit Lehrer Bonn
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| 1908 Fahnenweihe mit Dirigent und Vorstand Lehrer Bonn |
Von 1909 bis 1933 leitete Pfarrer Kunz die Geschicke der Pfarrei Steinfeld, und nach ihm kurzzeitig Pfarrer Bienfang, der von 1930 - 1935 auch Pfarrer von Kapsweyer war.
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| 1925 Einweihung der Marienstatue auf dem Kirchplatz |
1925 umrahmte der Kirchenchor musikalisch die feierliche Einweihung der Marienstatue auf dem Kirchplatz . Heute steht sie am unteren Treppenaufgang zum Kirchplatz .
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| 1931 szenische Darstellung der Passion |
1931 trat der Kirchenchor an Palmsonntag mit einer szenischen Darstellung der Passion besonders hervor. Alle Akteure waren in historische Gewänder gekleidet und hatten sich mit Perücken und Bärten geschmückt.
1933 kam Pfarrer Eisner nach Steinfeld und leitete die Pfarrei durch die Zeit des Nationalsozialismus und 2. Weltkrieges bis zum Jahr 1946. Kurz vor seinem Dienstantritt übernahm Karl Diehlmann 1932 das Amt des Kirchenchorvorstandes und behielt es bis 1950 inne. Chorleiterin während dieser Zeit war Ordensschwester Coelina.
Im 1. Dienstjahr von Pfarrer Braun, im Jahre 1946, wurde aus dem bisherigen Cäcilienverein der Kirchenchor St. Leodegar, Steinfeld.
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| 1950 Festumzug zum 50jährigen Jubiläum des Liederkranzes |
1950 nahm der Chor teil am 50-jährigen Jubiläum des Liederkranzes und begleitete mit seiner Vereinsfahne auch den Festumzug. Ab diesem Jahr war Rudolf Martin Vorstand des Vereins.
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| Kirchenchor bei der Wiedereinweihung der Kirche 1951 |
Ein großer Tag für Pfarrgemeinde und Kirchenchor war die Wiedereinweihung der im Krieg fas völlig zerstörten Kirche im Jahre 1951. Josef Betz leitete den Chor als Dirigent, der dieses Amt 1949 übernommen hatte.
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| Der Kirchenchor vor dem Niederwald-Denkmal |
Bleibende Erinnerungen hinterließen immer wieder die Jahresausflüge des Kirchenchors, wie z.B. im Jahre 1952 zum Niederwald-Denkmal.
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| 1953 Glockenweihe mit Pfarrer Braun |
Im Jahre 1953 erhielt die Steinfelder Kirche neue Glocken. Bei der feierlichen Einweihung auf dem Kirchplatz mit Pfarrer Braun umrahmte der Kirchenchor das Zeremoniell musikalisch. Geleitet wurde er von Lehrer Flick, der bis 1961 Dirigent war.
Während seiner Amtszeit kam 1958 Pfarrer Grill nach Steinfeld und leitete die Pfarrei bis 1971. Von Amts wegen war er gleichzeitig Präses (geistlicher Leiter) des Kirchenchors.
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| Theaterprobe mit Chormitgliedern in der Werkstatt Vetterhöffer |
Neben der Pflege des Kirchengesangs widmete sich der Kirchenchor auch immer wieder dem Theaterspiel. Die Proben fanden zeitweise in der Werkstatt Vetterhöffer statt
1961 war in zweifacher Hinsicht ein denkwürdiges Jahr für den Kirchenchor:
Zwischen 1969 – 1974 verzeichnet die Vereinschronik häufigen Dirigentenwechsel: In rascher Folge übernahmen den Dirigentenstab Josef Betz, Rudi Himpel, wieder Josef Betz, Reinhardt Stadel, Manfred Himpel
Im Jahre 1965 wurde Edmund Vogel neuer Vorstand des Kirchenchors. Während seiner Amtszeit wurde 1966 das jährliche "Saukopfessen" als Vereinsabend eingeführt.
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| 1972 Verabschiedung von Vorstand Rudolf Martin durch Pfarrer Blesinger |
1971 wurde Alfons Blesinger Pfarrer von Steinfeld und Präses des Kirchenchores. Im Jahre 1972 gehörte zu seinen Amtshandlungen die offizielle Verabschiedung von Rudolf Martin als Vorstand.
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| Kirchenchor beim Gemeinschaftskonzert 1972 |
1972 wurde von Dirigent Josef Betz das Steinfelder Gemeinschaftskonzert ins Lebengerufen, an dem Kirchenchor, Männergesangverein Liederkranz und Musikverein Concordia Steinfeld alljährlich ein buntes musikalische Programm boten.
Ab 1976 pflegt der Kirchenchor eine weitere jähgrliche Tradition: Er lädt Mitlgieder und Gemeinde ein zum Wandertag mit abschließendem Gottesdienst und Mittagessen am Sportheim, anfänglich am Himmelfahrtstag, später und bis heute am Pfingstmontag.
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| Segnung der restaurierten Vereinsfahne |
1980 entschloss sich der Kirchenchor, die betagte Vereinsfahne restaurieren zu lassen. Unter Martina Henrich, die ab 1984 Dirigentin war, wurde das ehrwürdige und zu neuem Glanz erstrahlte Stück in einem Gottesdienst feierlich gesegnet. (Zur Geschichte der Kirchenchorfahne siehe unten!)
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| Ab 1990 Peter Kusenbach als Dirigent |
1990 übernahm Peter Kusenbach das Dirigentenamt des Kirchenchors. Er gab dem Chor mehrere neue Impulse: so z.B. 1990 die Gründung des Jugendchors, wofür schon von Martina Henrich wichtige Vorarbeit geleistet wurde.
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| Edmund Vogel, Vereinsvorstand bis 1991 |
1991 gibt Edmund Vogel das Amt des Vereinsvorstands an Alfred Martin ab.
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| 1993 Gründung Kinderchor durch Peter Kusenbach |
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| 1992 mit dem Jugendchor unter Peter Kusenbach beim Gemeinschaftskonzert |
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| 1993 mit Dirigent Peter Kusenbach und Co-Dirigent Patrick Himpel (bis 2002) |
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| Beim professionellen Grillen auf dem "Schumacher-Hof" |
Ein weltlicher Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Teilnahme des Kirchenchors an der 750-Jahrfeier Steinfelds im Jahre 2000. Auf dem Anwesen von Oskar Martin, liebevoll zum „Schuhmacher-Hof“ herausgeputzt, bewirtete man eine Woche lang viele Gäste.
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| 120jähriges Jubiläum im Jahre 2000. |
In das Jahr 2000 fiel auch das 120-jährige Jubliäum des Kirchenchores. Im Pfarrheim gab es dazu einen Festakt.
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| Kinderchor, von 2002 – 2004 unter Steffi Eichenlaub |
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| Abschied von Patrick Himpel als Leiter des Jugendchors, ab 2004 "Young Voices" genannt |
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| Der Kirchenchor 1999 |
Ein schöner Tag war für mich, als man mich vor vielen Jahren – im Jahre 1908 - nach Steinfeld hat gebracht. Mit großer Freude wurde ich hier als Vereinsfahne des Cäcilienvereins aufgenommen. Man war sehr stolz, nun endlich eine Fahne zu haben. Zu dem stattlichen Betrag von 800,-- DM zu jener Zeit kam ich mir zwar etwas teuer vor, doch stellte ich in meiner Ausführung aus edlem Samt und feinster Stickerei ja etwas Besonderes vor. Bei einer großen Feierlichkeit und unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung bekam ich dann noch im selben Jahr in der Pfarrkirche meine Weihe von Pfarrer Ingermann. Aber nicht nur in der Kirche verstand man es zu feiern, nein, man feierte mich auch außerhalb und begoss mich reichlich auf meinem so genannten Festplatz in der ehemaligen Obergasse, im Garten des Anwesens Kornmann. Als Vereinsfahne erwartete ich nun meine künftigen Aufgaben.
Zunächst aber wurde ich zusammengerollt und da hat es bei mir, dem edlen Werk, ja schon gegrollt. Man hat mich verstaut auf der Empore in einer Ecke oder auch in der Sakristei in einem Schrank. War aber dann mal eine große Feierlichkeit, ein Festtag mit einer Prozession, dann hatte ich Hochsaison. Dann kamen die Fahnenträger, für gewöhnlich waren es drei, sie kamen in „Gala“ und mit der Schärpe geschmückt und holten mich aus meinem Versteck. Vorsichtig wurde ich entfaltet, etwas gerüttelt und geschüttelt und zurechtgerückt. Ich konnte es dann kaum erwarten, ganz behutsam getragen, im Winde zu flattern und bewundert zu werden, wie ein Engel auf Erden.
Doch die friedlichen Jahre flogen so schnell dahin und in den vier Kriegsjahren 1914 – 1918 musste ich zurück mich zieh'n. Die Kriegszeit habe ich gut überstanden und so konnte ich im Frieden meines Amtes walten. Fünf-zehn Jahre gingen so ins Land. Dann aber kam eine Zeit, da man eine Fahne wie mich für überflüssig fand. Und wieder zog ich mich zurück in mein Versteck in der Sakristei, in den Schrank, ganz hinten im Eck.
Als dann ab 1939 der verheerende Krieg tobte, der schließlich 1944 auch unser Dorf bedrohte, da hat sich Pfarrer Eisner mit einigen beherzten Männern aufgemacht und mich mit anderen Paramenten nach Herxheim in Sicherheit gebracht. Dafür muss ich heute noch dankbar sein, denn ich wäre ein Opfer des Krieges geworden in der Sakristei.
Als alles vorüber war und die Zeiten wieder friedlich, da hat man mich, die „Cäcilienfahne“, wie ich oft genannt wurde, wieder in die Heimat gebracht. Die Jahre vergingen, die auch an mir nicht spurlos vorüber gingen, und meine Schönheit begann langsam zu zerrinnen. Nach einiger Zeit, ich war schon etwas brüchig und alt, hat man mich zusammengefaltet, in einen Karton gedrückt und nach Speyer in die Fahnenstickerei zur Reparatur geschickt. Bei mir begann das große Zittern. Wird man mich, das gebrechliche Stück, wieder auf Hochglanz bringen? Bald war aus der Traum vom Glück. Man hat mich durchschaut und mit offener Naht wieder zurück nach Steinfeld geschickt. Doch es war nicht mein Ende. Es fanden sich dann Laienhände, die mich mit Geduld und etwas Geschick zur Fahne wieder zusammengeflickt. Mein Dasein war nun traurig und leer, ich hatte als alte Fahne keine Verwendung mehr. Nur mitleidvolle Blicke haben mich getroffen, als ich im Fahnenschrank war eingeschlossen.
Doch eines Tages öffnete sich meine Tür. Junge, beherzte Hände wagten es, mich anzufassen, um mich ein letztes Mal begutachten zu lassen. Nach Karlsruhe ging die Reise. Dort haben Fachleute noch Gutes an mir entdeckt und schließlich die Hoffnung geweckt, dass aus mir wieder eine schöne, wertvolle Fahne werden könnte. Man machte sich also an die Arbeit. Was aus mir wurde, ist nicht zu übersehen, und den Preis von 5.000,-- DM dafür kann man auch übergehen. Doch, wie es auch sei, in Freud und auch Leid möchte ich wieder mit euch gehen und wie eine edle Fahne im Winde wehen.
Zum neuen Anfang hat mir heute in einer Feierstunde Pfarrer Blesinger den zweiten Segen gegeben, und so geehrt, wünsche ich mir, noch lange in friedlichen Zeiten in eurem Kreise weiterzuleben.
E u r e F a h n e !!!!!!!!!!!!!
(November 1990 Maria Schwöbel)
Heute ist die Fahne im Pfarrheim, im Singstundenraum des Kirchenchors in einem verglasten Schrank aufgehängt. Zu besonderen Anlässen, zum Beispiel beim jährlichen Weihnachtskonzert und am 9.8.2008 zur 100-jährigen Weihe wird sie herausgeholt und als besonderer Schmuck aufgestellt. (Adam)