Zur Geschichte des Steinfelder Kindergartens St. Vinzentius

Text mit freundlicher Genehmigung der Ortsgemeinde Steinfeld entnommen aus dem Jubiläumsband: "Steinfeld 1250 bis 2000", S. 418-421.
Gliederung u. Bearbeitung: Heinz Binder

Die Anfänge

Der heutige Kindergarten steht an der Stelle der 1827 errichteten Angst'schen Ziegelscheuer. Bis zum Umbau zum Kindergarten war es allerdings noch ein langer Weg.

Der erste Schritt war die Gründung einer Handarbeitsschule durch die Schulschwestern im Jahre 1886, der ein Jahr später die Einrichtung einer Kinderschule im Schwesternheim folgte.

Am 12. März 1887 beschloss der Gemeinderat, die Einrichtung einer Kinderschule durch die Schulschwestern finanziell zu unterstützen.

Kindergarten und Vinzentiusverein

1923 wurde der St. Vinzentiusverein gegründet mit dem Ziel, eine Krankenpflegestation, eine Kinderschule und eine Handarbeitsschule einzurichten. Dazu wurde1927 die Korbfabrik von Hugo Roos für 8000 RM angekauft und entsprechend umgebaut. 1931 bezog der Kindergarten das Untergeschoss. Geleitet wurde er, bis zum erzwungenen Weggang unter dem Nationalsozialismus, von speziell ausgebildeten Schulschwestern.


Kindergartenkinder mit Schulschwestern vor dem Zweiten Weltkrieg
Kindergarten der NS-Volkswohlfahrt

Ende 1942 beabsichtigte die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) einen eigenen Kindergarten in Steinfeld zu errichten. Er sollte in einer Wiederaufbaubaracke untergebracht werden und zwei Gruppenzimmer, einen Waschraum, zwei Aborte und einen weiteren Raum umfassen. Bis zum Kriegsende gingen die Kinder in den NSV-Kindergarten an der Ecke Untere Hauptstraße/Waldstraße.

Zerstörung und Wiederaufbau

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude des ehemaligen Kindergartens durch Beschuss schwere Schäden, die aber durch freiwillige Leistungen der Steinfelder recht schnell wieder behoben werden konnten. Das Baumaterial fand man in den Trümmergrundstücken, vornehmlich von Kirche und Pfarrhaus. Es erfolgte eine Umgestaltung im Inneren, weil das Gebäude auch noch die Schulkinder aufnehmen sollte, die bis 1954 in drei Sälen des Hauses unterrichtet wurden. Eine Wohnung in dem Haus diente bis 1955 als Pfarrerwohnung. 1952 erfolgte die Einrichtung eines Jugendraums, wofür aus Staatsmitteln 3000 DM Zuschüsse flossen. Erst 1954, nachdem das neue Schulhaus errichtet worden war und der Pfarrer sein neugebautes Pfarrhaus hatte beziehen können, kam die Kinder- und Nähschule wieder in das Gebäude zurück.


Kindergarten im St. Vinzentiusheim nach dem Krieg
An- und Umbau 1958/59

1958 war das Gebäude zu klein geworden. Am 5. Juli dieses Jahres erfolgte der erste Spatenstich zur Errichtung eines Kindergarten, der an das alte Gebäude angebaut werden sollte. Der Altbau wurde grundlegend saniert und in den Kindergarten integriert. Eingeweiht wurde der neue Kindergarten am 21. Juni 1959. 110 000 DM hatten An- und Umbau gekostet. Das Gelände überließ die Gemeinde dem Vinzentiusverein in Erbpacht. 1961 wurde ein Kinderspielplatz angelegt, der 1972 an die Barbara-Labbe-Straße verlegt wurde. 1970 beschloss der Gemeinderat, den Vinzentiusverein bei der Erweiterung des Kindergartens zu unterstützen.

Neubau 1982

Am 22.5.1982 wurde ein neugebauter Kindergarten eingeweiht, nachdem 1973 die Mitglieder des Vinzentiusvereins dieses beschlossen hatten. Das alte Vinzentiusheim wurde bei dieser Gelegenheit abgerissen. Dieser neue Kindergarten war für zwei Gruppen mit je 25 Kindern angelegt. Weiterhin entstanden Waschräume und Toiletten, ein Turnraum, ein Büro, ein Teamzimmer und zusätzliche Abstellräume. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 730 000 DM, wovon das Land 25%, Kreis und Gemeinde 40% und das Bistum Speyer 118 000 DM aufbrachten. Von der Gemeinde Steinfeld floss ein freiwilliger Zuschuss von 146 000 DM.


Der neue Kindergarten: hinten links die Gruppenräume,
rechts altes Gebäude mit Gymnastikraum

Kindergarten heute: Sanierter Altbau mit neuer Dachkonstruktion.
Darin befindet sich heute ein Gymnastikraum
Erweiterung 1992-1995

1992-1995 erfuhr der Kindergarten wiederum eine Erweiterung. Dadurch konnten 4 Gruppen zu je 25 Kinder aufgenommen werden. 1993 erfolgte der Umbau des Kindergartengeländes zu einem Erlebnisgarten. 1994 verließ Schwester Ivonne Schmidt nach 24 Jahren als letzte Kindergartenschwester Steinfeld. Ihre Nachfolgerin wurde Manuela Kästner, auf sie folgte 1996 Elke Acker, die den Kindergarten bis heute leitet.

1998 feierte der Kindergarten mit verschiedenen Aktivitäten sein 75jähriges Jubiläum. Im gleichen Jahre wurde die Tagesstätte mit verlängerten Öffnungszeiten in Betrieb genommen.

Zurück zum Seitenanfang

Zum Kindergarten St. Vinzentius heute