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HolzArt-Ausstellung
Das Kreuz als Baum des Lebens
in der Steinfelder Kirche
vom 1. bis 19. März 2006

Bericht: Ursula u. Heinz Binder; Fotos: Oster, Metzinger, Binder

Zweieinhalb Wochen lang war eine Kunstausstellung ganz besonderer Art das kulturelle Ereignis am südpfälzer Viehstrich: Die Katholische Kirchengemeinde Steinfeld, St. Leodegar, präsentierte eine HolzArt-Ausstellung mit Werken des über unsere Region hinaus bekannten Künstlers Erwin Würth aus Petersbächel.

Wer ist Erwin Würth?
Er wurde 1964 in Landau/Pfalz geboren und ist gelernter Schreiner. Er arbeitet als Betreuer in einer Werkstatt für psychisch kranke Menschen. Er lebt mit seiner Familie in Petersbächel, Kreis Südwestpfalz. Seit 1986 ist er verheiratet mit seiner Frau Petra und hat zwei Töchter.
Holz gestalten, ein Stück Natur formen, das hat Erwin Würth schon in seiner Kindheit fasziniert. Der Weg in die Schreinerei war quasi vorgezeichnet. Die Holztechnik wurde für ihn zum Werkzeug im gestalterischen Umgang mit dem Material.
Der "zündende" Funke sprang 1991 während eines Urlaubs an der Küste Dänemarks über. Erwin Würth war fasziniert von an den Strand gespülten Holzteilen: Dinge, denen wir normalerweise keine Beachtung mehr schenken, die unnütz geworden sind, bekommen für Erwin Würth einen neuen Wert. Er hatte sein Talent entdeckt. Von 1993 an waren die Werke Erwin Würths in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
Seine Frau, Petra Würth, geb. Schneider, 1966 in Kaiserslautern geboren, ergänzt das künstlerische Schaffen ihres Mannes in idealer Weise mit der Kunst des Wortes. Sie ist gelernte Krankenschwester. Heute arbeitet sie als Familienfrau mit ihrem Mann im Team. In zahlreichen Büchern deutet sie mit großer Sprachbegabung die HolzArt-Werke ihres Mannes. Schon immer begeisterte sie der Umgang mit Worten und Sprache. Bei ihren Texten legt sie besonderen Wert darauf, dass Raum bleibt für die Gedanken und Empfindungen der Leser.

Die Exponate waren auf Wunsch von Pfarrer Metzinger zum Thema: „Das Kreuz als Baum des Lebens“, ausgesucht. An großen Stellwänden unter der Empore und in der früheren Taufkapelle sowie vor der Kanzel und im Chorraum der Kirche bot der Künstler seine Werke dem erstaunten Kirchenpublikum.

Exponate unter der Empore links Exponate unter der Empore rechts
Exponate in der Taufkapelle
In Chorraum neben Ambo: "Holzartenfeuer"
(Flammen aus 20 verschiedenen einheimischen Holzsorten)
Vor der Kanzel: Kreuz mit Maria Magdalena u. Johannes (Nussbaum-Längsschnitte)

In einer Diaschau einige Tage vor Eröffnung der Ausstellung machte der Künstler auf sich und seine besondere Kunst aufmerksam. Er erzählte in anschaulicher Weise seinen künstlerischen Werdegang und gab einem interessierten Publikum Einblick in die Entstehung seiner Kunstwerke, von der Inspiration aus dem Material Holz über die handwerkliche Arbeit bis zur künstlerischen Ausgestaltung:

Das Besondere von „HolzArt“

Das Material: Holz, von der Natur geschenkt; hölzernes Strandgut, von Sonne, Salz und Wasser zu bizarren Unikaten verwandelt; Holz mit skurrilem Wachstum, in Scheiben geschnittene Krebswucherungen an Bäumen.

Die Technik: geleitet vom Prinzip "Weniger ist mehr "; kKeine Veränderung an der faserigen Holzstruktur; biologische Konservierung nur mit Leinöl und Bienenwachs; bei Strandgutteilen keine Bearbeitung und Konservierung.

Die Werke: Inspiriert von vorgegebenen, natürlichen Formen; Verborgenes wird sichtbar;   Weggeworfenes erhält neue Bedeutung, erwacht „Zu neuem Leben“, ist Protest gegen die Mentalität einer Wegwerfgesellschaft, .ist Aufforderung zu einem achtsamen Umgang mit den Schätzen der Schöpfung, ist Einladung, ein Stück neues Leben für sich selbst zu entdecken; bringt Glaube in außerordentlich berührender Weise zum Ausdruck.

Besondere Höhepunkte der Ausstellung:

Ministerpräsident Kurt Beck beim Rundgang durch die Ausstellung
Kurt Beck vor der Kreuzgruppe mit
Bürgermeisterin Müller
Kurt Beck beim Eintrag ins Gästebuch der Ausstellung
Das Modern-Brass-Quartett bei der Schlussfeier der Ausstellung

Immer wieder machten die Besucher deutlich, wie berührend die mit außergewöhnlichem handwerklichem Geschick und mit tiefgläubigem „innerem Auge“ gestalteten Werke von Erwin Würth wirken. Jedes Werk ist unverwechselbar. Verborgenes wird sichtbar und Weggeworfenes erhält eine neue Bedeutung und erwacht zu „neuem Leben“. Immer wieder fordert der Künstler den Betrachter auf, die Umwelt mit neuen Blicken wahrzunehmen und die von Gott gegebenen Talente zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen.

Franziskuskreuz (Kirschbaum-Längsschnitt) Traubenzweig (Buchenkrebsscheibe)
Jesus lebt (Krebswucherung an Buchenstamm ) Sturm auf dem See (Wellen aus Scheiben von Eichenkrebsgeschwür; Boot aus Strandgut)
Apfelkreuz (Längsschnitt aus Apfelholz) Wandlung (Kreuzplatte aus Zwetschgenholz; Korpus aus Strandgut)
Lichtquelle (Eichenkrebsgeschwür auf
gefärbter Holzfaserplatte)
Weite Kreise (Veredelungsstelle eines Kirschbaums mit Fassringen)
Vogelnest (Astgabel einer Buche mit
Krebsgeschwür; Vögel aus Strandgut)
Verwandelt (Astgabel eines Nussbaumes)

In den Tagen der Ausstellung war es möglich, moderne, christlich geprägte Kunst auf sich wirken zu lassen und die tiefe christliche Überzeugung zu erspüren, die in den Werken Erwin Würths zum Ausdruck kommt.

Lebensstrahlen (Eichenscheibe) Walfisch (Nussbaum mit Stockfäule im Inneren
Viele Glieder, ein Leib (Strandgut,
Seitenteile von Holzkisten)
Spannungen (Buchenscheibe mit Spiegel)
Kreuzigung mit Maria unterm Kreuz
(Strandgut)
Jesus und der zweifelnde Thomas.
(Zusammengesetzt aus Srandgutteilen)

Danksagung:

Das Organisationsteam der Ausstellung, bestehend aus dem Liturgieausschuss des Pfarrgemeinderates, freut sich ganz besonders, dass die Finanzierung der Ausstellung ausschließlich mit Spenden bewätligt werden konnte und somit die Haushaltskasse der Kirchengemeinde mit keinem Cent belastete.

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