Verfasser: Dr. Helmut Streicher, Kapsweyer
Christliche Überzeugung bedarf zwar keiner äußerlichen Zeichen in der heutigen aufgeklärten Welt, doch sie geben uns Zeugnis einer Volksfrömmigkeit gerade auch aus vergangenen Tagen, in denen die Kirche noch herrschaftlicher war und die Gläubigen dessen ungeachtet so ihrem tiefen Glauben im täglichen Leben Erinnerung und Ausdruck schufen.
So sollen nachfolgend einige Zeugen aus Stein beschrieben werden, die heute noch zu sehen sind und alle von Angehörigen oder Verwandten einer Südpfälzer Familie errichtet wurden.
Beginnen wir mit einem Feldkreuz am westlichen Ortsausgang von Kapsweyer und seinen Inschriften
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Ich bin die Auferstehung und das Leben: Wer an mich glaubt wird leben, wenn er auch gestorben ist. So wie in Adam alle Sterben werden in Christo alle lebendig gemacht werden. Tod, wo ist dein Sieg? Tod wo ist dein Stachel? Errichtet durch Nicolaus Neufeld und seine Ehefrau Maria Anna Friedmann |
Nicolaus Neufeld (1812-1892) aus Kapsweyer heiratete am 8.7.1834 Maria Anna geb. Friedmann, deren Mutter Maria Eva geb. Frey eine Schwester des aus Schweighofen gebürtigen Geschichtsschreibers und Pfarrers Johann Michael Frey (1788-1854) war, dem Verfasser des 4-bändigen Standardwerkes "Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayr. Rheinkreises". An seinem wiederaufgebauten Geburtshaus in Schweighofen wurde zu seinem 200.sten Geburtstag eine Gedenktafel angebracht.
Auch die Schwester des Pfarrers Frey, Maria Eva und ihr Ehemann Jacob Friedmann errichteten ein Feldkreuz in Schweighofen am östlichen Ortseingang:
Es ist vollbracht. Wenn ich von der Erde erhöhet bin werde ich alles an mich ziehen. Joh. 12,32 Weihe mitleidig ein Vaterunser u. Ave
Errichtet durch Jacob Friedmann |
Zurück zu Ökonomierat Josef Neufeld: In Schweighofen finden wir seinen Sohn Rudolf, der 1900 Bertha Paul aus Steinfeld heiratet und zum Feldkreuz in Steinfeld an der Landstraße hinter dem ehemaligen Raifeissengebäude führt.
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Am Kreuz der Erlöser gehangen ist. Von jedem Dankbar sei Er gegrüßt! Bewahre alle, vor Hunger und Not, verleihe Gnade und seligen Tod!
Errichtet von der Kreuz und Christus erneuert 1953 von |
Ein weiteres Kreuz wurde vom Sohn der vorgenannten Familie, dem Bruder der Erneuerer, an der Straße von Steinfeld nach Bad Bergzabern an der Wegekreuzung auf der ersten Anhöhe errichtet. Es handelt sich hierbei um die Eltern des allzu früh verstorbenen Missionars Br. Ignatius Neufeld, der auf den Philippinen eine Krankenstation betrieb und mit einem im Schneeballsystem organisierten Hausbau mit Hilfe zur Selbsthilfe die Lebensbedingungen der Ärmeren zu verbessern suchte.
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Gelobet sei Jesus Christus
Errichter von den Eheleuten |
Verlassen wir nun die Namensträger und wechseln in die angeheiratete Verwandtschaft. Der Enkel Kornelius des am Beginn genannten Nicolaus Neufeld und Vater des Pfarrers Andreas Neufeld heiratete mit Katharina Kuntz die Enkelin von Ökonomierat Jakob Kuntz und Catharina, geb. Heil, aus Kapsweyer. In ihrem Besitz befand sich der Kreuzacker im Osten von Kapsweyer, der bis heute einer Kreuzigungsgruppe Platz bietet, die leider kriegsbedingt nicht mehr vollständig ist. Es fehlen die gestohlenen Figuren des Apostels Johannes und der Maria unter dem Kreuz.
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Es ist vollbracht. Wir verehren, O Herr, dein hl. Kreuz und loben und preisen
Errichtet in Auftrage des verstorbenen Jacob Kuntz von seiner Witwe |
Ihr Sohn Geistlicher Rat Andreas Kuntz (1856-1931) errichtet 1918 die heute sogenannte "Pfarrer Kuntz'sche Stiftung", welcher er das noch heute als "Schwesternhaus" bekannte ehemalige Brauereigebäude in Kapsweyer, Hauptstrasse Ecke Schafgasse gegenüber seinem Elternhaus erwarb um darin eine Schwesternstation zu errichten und für die Jugendpflege sowie alle sozialen und caritativen und Vereinszwecke der Pfarrei ein Heim zu schaffen.
Zwar steht dieses Steinerne Zeugnis seines sozial-caritativen Engagements noch und hat zum Vorteil der Gemeinde den Krieg wenig beschädigt überstanden, sodaß es nach dem 2. Weltkrieg zusätzlich Übergangskirche sein konnte, doch führten die Zeitentwicklungen und ihre Folgen Anfang der 60iger Jahre nach Weggang der Schwestern zum Verkauf des Gebäudes. Dank der rechtsfähigen Stiftung konnte aus dem Erlös der Grundstock des heutigen Kapsweyerer Kindergartens in kirchlicher Trägerschaft gelegt werden.
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