Chronologie der Kirchengeschichte
St. Ulrich, Kapsweyer

Kapsweyer gehört seit seiner Gründung über viele Jahrhunderte zum Kloster Weißenburg - zur Mundat. Nahe der römischen Siedlung Altenstadt wird im 7. Jahrhundert auf einer Lauterinsel das Benediktinerkloster Weißenburg gegründet. Das Kloster entwickelt sich rasch zu einem geistigen und religiösen Zentrum im Reich. Zur Zeit ihrer ersten Erwähnung in schriftlichen Dokumenten bilden die Siedlungen Kapsweyer und Steinfeld das Amt St. Remig, dessen Zentrum das östliche der vier Befestigungswerke des Klosters ist.

1250

Kapsweyer und Steinfeld haben eine gemeinsame Pfarrkirche in Steinfeld.

1368

Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Kapsweyer

um 1468

Im Ort soll es eine dem heiligen Ulrich (+ 4. Juli 973 geweihte Kapelle geben.

1584

Erste urkundliche Erwähnung der St. Ulrichskapelle

1747

Erste nachweisliche Nennung des Kapsweyerer Kirchengutes "Capelhof". Zur Kapelle gehören Liegenschaften, die bis 1792 den Unterhalt des Gotteshauses sichern.

1756

Bau eines größeren Gotteshauses, in den Quellen "Kapelle" genannt, in Ost-West-Richtung. Es fasst 420 Gläubige. - Das Kirchengut "Capelhof" umfasst 143 Morgen vorzügliches Ackerland.

1790

Erhebung zur Pfarrei durch Bischof Styrum (ab 1808 wieder Filiale von St. Leodegar Steineld.

1791/92

Das Kirchengut zu Kapsweyer wird vom französischen Staat eingezogen und schließlich verkauft.

1826

Errichtung der katholischen Volksschule im neu erbauten Schulhaus (besteht bis 1973

1845

St. Ulrich Kapsweyer wird Expositur.

1852-54

Bau eines größeren Gotteshauses für den über 1000 Einwohner zählenden Ort an gleicher Stelle. Die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher wird mit 900 Gläubigen angegeben.

17.06.1853

Um 5 Uhr in der Frühe stürzt der bereits 25 m hochgeführte Turm wegen zu schwacher Fundamente und sandigen Untergrundes ein. Zwei Kapsweyerer Maurer, Valentin Aschbacher und Johannes Bosch, verunglücken tödlich. - Der Turm steht - aus räumlichen Gründen - im Süden.

9.05.1857

Weihe des neuen Gotteshaus durch Bischof Nikolaus Weis

1860

St. Ulrich Kapsweyer wird wieder Pfarrei; das neue Gotteshaus wird Pfarrkirche.

1862

Gründung des Kirchenchors "Cäcilienverein" aktiv bis 1968

1866

Errichtung der ersten Schwesternstation in der Hundsgasse (1879 aufgelöst)

1884

Primizfeier des ersten Priestersohnes der Gemeinde, Andreas Kuntz (1856 - 1931

1914

Primizfeier des Neupriesters Johann Baptist Brenzel (1884 - 1952)

1917

Gründung des Vinzentiusvereins zum Zwecke der Errichtung einer Schwesternstation

1918

Pfarrer Andreas Kuntz stiftet der Pfarrei ein Haus mit großem Garten für soziale Einrichtungen.

1921

Errichtung einer Schwesternstation in diesem Haus durch Dominikanerinnen aus Speyer. Sie eröffnen im geräumigen Anwesen an der Einmündung der Schafgasse in die Hauptstraße einen Kindergarten, übernehmen die Hauskrankenpflege und erteilen Unterricht.

1939/40

Evakuierung des Ortes bei Kriegsausbruch ins katholische Oberfranken. Zwölf Monate leben die Kapsweyerer in mehreren Orten nahe der Bischofsstadt Bamberg. Ortspfarrer Eugen Pfanger betreut von Burgebrach aus seine Gemeinde.

14.12.1944

Erneute Evakuierung des Dorfes vor der herannahenden Front. Vom 4.2. bis zum 17.3. und nach Ostern sind einige Leute hier und feiern sonntags Gottesdienst.

1945

In der Karwoche Brand der Pfarrkirche und des Dorfes. Die Kirche brennt - verursacht durch Brandbomben - bis auf die Grundmauern nieder. Das Pfarr­ haus und der Ort werden zu 80 % zerstört. Das "Schwesternhaus" wird nur wenig beschädigt. - Der Zweite Weltkrieg fordert in Kapsweyer 90 Menschenleben; beim Chronisten sind verzeichnet: 54 gefallene Soldaten, 31 vermißte Soldaten, 5 Bürgerinnen und Bürger kommen in der Heimat um.

7.05.1945

Verbot der Wiederbesiedlung des zerstörten Dorfes durch die Franzosen - dritte Evakuierung.

Juli 1945

Wiederbesiedlung des Ortes durch Vermittlung von Pfarrer Pfanger und Bischof Wendel. Viele Kapsweyerer sind zum Patronatsfest am 8.07.1945 wieder zu Hause. Für die nächsten Jahre wird im 'Schwesternhaus' eine Notkirche eingerichtet; dieses Haus ist in dieser Zeit Pfarrzentrum.

1949

Wiederaufbau der zerstörten Kirche

12.9.1951

Weihe der wiedererbauten Kirche durch Bischof Joseph Wendel

1959

Auflösung der Schwesternstation - Schließung des Kindergartens; Verkauf des 'Schwesternhauses'

1965

Der Neupriester Erwin Bersch (geb. 1938 - heute Dekan in Speyer) feiert Primiz.

1968

Erste Wahl des neu geschaffenen Pfarrgemeinderates.
Einweihung des neuen kirchlichen Kindergartens in der Raiffeisenstraße durch Pfarrer Günther

1976

Innenrenovierung der Pfarrkirche unter Pfarrer Gehm

ab 1979

Mitverwaltung der Pfarrei Kapsweyer infolge des Priestermangels: 1979 – 1982 durch Pfarrer Pieter Clous, Schweighofen; 1982 – 1987 durch Pfarrer i. R. Peter Braun, Steinfeld; 1987 übernimmt Pfarrer Alfons Blesinger, Steinfeld, die Seelsorge. Er erhält Unterstützung durch Pater Stephan, Pleisweiler, (bis 1995 und ab 1994 durch Gemeindereferentin Patricia Wolf)

1993/94

Große Renovierung des Turmes der Pfarrkirche

1996

Der Ort hat ca. 1000 Einwohner - 753 Katholiken und 155 evangelische Christen.

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