Ulrichsprozession

Heiliger Ulrich – Treubewährter

Dr. Helmut Streicher, 7.2004

Am Gedenktag des Heiligen Ulrich ziehen wir durch die Strassen unseres Dorfes und zeigen mit dem Fahnenschmuck – schön wäre es, wenn alle an diesem Tag mit ihrem Fahnen auch außerhalb des Prozessionsweges dabei mittun – unsere Teilhabe an dem Fest. Der Tag unseres Kirchenpatrons wird schon immer bei uns und andernorts mit Prozessionen begangen.

Entgegen der Darstellung im Chorfresko war der heilige Ulrich kein kriegerischer Heiliger. Geboren aus dem Geschlecht der späteren Grafen von Dillingen, dem sogenannten deutschen Rom, wurde er schon früh für die kirchliche Laufbahn bestimmt. „Bete und arbeite“ war seine Lebensregel. 50 Jahre war er Bischof von Augsburg in einer schweren Zeit. Einfälle noch heidnischer ungarischer Reiter brachten immer wieder großes Leid und viele Tode. Deshalb sorgte er sich um die Befestigungen als Fluchtorte für seine Schutzbefohlenen. 955 beim großen Ungarneinfall und der Schlacht auf dem Lechfeld hatte er großen Anteil am Sieg Kaiser Otto des Großen. Seine Leistung bestand jedoch nicht im Kampf mit dem Schwert selbst, sondern in organisatorischen Verteidigungsleistungen und der Pflege der Verwundeten. Die Ungarn kamen nicht mehr; sie wurde sesshaft, christlich und der Papst konnte ihrem König die Stephanskrone verleihen, die bis heute das nationale Sinnbild Ungarns ist. Ulrich kümmerte sich in der Folge darum, das zerstörte Land wieder aufzubauen und den mittellosen Menschen zu helfen.

Hierauf bezieht sich auch das Ulrichslied in Worten seiner Entstehungszeit. Für die Menschen seiner Zeit war Ulrich so wichtig und wurde vielerorts verehrt, sowie bereits kurz nach seinem Tod als erster Heiliger zur Ehre der Altäre erhoben, weil er sich für die Menschen als „Streiter in Not“ einsetzte.

„Armen in Not brachst Du das Brot,
hast Hilfe gewährt und Frieden beschert,
von Liebeskraft verzehrt …“