Verfasser: Dr. Helmut Streicher, 8/2001
Unter Pfarrer Günther, der selbst ein begeisterter Maler war, kam man 1955 in die Lage im Chorraum, an Stelle eines einfachen Kreuzes, an den Wänden Fresken anbringen zu lassen. Sie wurden von dem Karlsruher Künstler Ludwig Josef Barth ausgeführt.
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Die Inschriften über dem Fresko der Seitenflächen lauten:
über dem heiligen Ulrich: fidelis, servus et prudens |
über dem heiligen Josef: In jeder Not in der Sie zu mir
rufen, |
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Das Fresko in der Mitte zeigt sitzend den Auferstandenen Christus als Weltenrichter mit dem aufgeschlagenem Buch mit sieben Siegeln und dem Alpha und Omega, die rechte Hand wie zum Schwur erhebend. An den Ecken die vier Evangelisten in den ihnen eigenen Symbolen, als Adler (Johannes - oben rechts), Engel (Matthäus- darunter), Löwe (Markus - unten links) und Stier (Lukas - untern rechts). Zu seinen Füßen das Lamm, das sein Blut vergießt zum Heil der Menschen. Von ihm gehen Sonnenstrahlen aus, die einen vollen Regenbogen treffen. |
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An den halbschrägen Seitenwänden des dreiseitigen Schlusses ist auf der linken Seite der Kirchenpatron St. Ulrich zu sehen: Dargestellt als Bischof, in der linken Hand die Ulrichbasilika haltend, in der er in Augsburg begraben liegt. |
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Unter dem Seitenfresko links, etwas kleiner, eine Darstellung der Schlacht auf dem Lechfeld, bei der Bischof Ulrich neben Kaiser Otto dem Großen 955 entscheidend zum Sieg des "Heiligen Römischen Reiches" beitrug .
Interessant ist hierbei die Darstellung der einzelnen Figuren. Hinter den Wellen des Lech galoppiert ein ungarischer Reiter in wilder Flucht (das Pferd hat nur einen Fuß am Boden) davon.
Dahinter folgen zwei Reiter in eher ruhiger Kampfhaltung: Bischof Ulrich (sein graues Pferd ist im Galopp und er mit Schild und Lanze dargestellt – obgleich er nach historischen Quellen nicht gekämpft hat, sondern organisatorisch und bei der Krankenpflege mitwirkte) und Kaiser Otto (er reitet "nur" im Schritt - wie ein sicherer Sieger - auf einem Schimmel mit Reichsadler auf dem Schild und Lanze).
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Für den Muttergottesaltar konnte der kunstsachverständige Ortspfarrer Günther 1953 eine holzgeschnitzte Madonna zu einem günstigen Preis von dem Antiquitätenhändler Denzinger in Neustadt erwerben. Schon bald stellte sich heraus, dass aus der Not, sich keine neue Statue leisten zu können, eine Tugend geworden war. Die Statue wurde von mehreren Professoren als wertvolles gotisches Stück erkannt, die nach Meinung von Prof. Büchner, Freiburg, aus der Zeit um 1470 stammt. Die lebensgroße Muttergottesstatue mit Kind versinnbildlicht "Maria die Himmelskönigin", zu ihren Füssen der Mond. Ihr hoheitsvolles und zugleich lieblich- mütterliches Gesicht und die hervorragend herausgearbeiteten Hände lassen ein Meisterwerk erkennen. Selbst die schöne feingegliederte Krone ist aus Holz.
Leider war das wertvolle Stück vom Holzwurm befallen, weswegen es sogleich und 1963 wieder restauriert wurde. Seit der letzten Restaurierung zu Weihnachten 1978 erstrahlt die Madonna in neuem Glanz über dem Marienaltar. Sie bereichert das Kircheninnere und mahnt die Gläubigen zum Gebet.