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Das Sakrament der Versöhnung |
Sie fühlen sich durch Schuld belastet und suchen Hilfe im seelsorglichen Rat der Kirche. Sie tragen den starken Wunsch in sich, wieder versöhnt mit sich selbst, mit Ihrem menschlichen Umfeld und mit Gott leben zu können. Wenn Sie Ihre Schuld ehrlich bereuen und den festen Willen zur Besserung und, soweit möglich, zur Wiedergutmachung haben, können Sie durch die Teilnahme am kirchlichen Bußsakrament die Vergebung Gottes empfangen. Dies kann für Sie eine Chance sein, Entlastung und Hilfe zum Neubeginn zu finden.
Menschen können in sehr unterschiedlichen Schuldsituationen dem vergebungsbereiten Gott begegnen. Es kann sich um Situationen handeln, in denen Sie sich eingestehen müssen, dass Sie die Orientierung am Evangelium verloren haben und dass Sie es in Ihrem Bemühen um eine christliche Lebenspraxis an Treue und Konsequenz haben fehlen lassen. Vielleicht hilft Ihnen in dieser Situation
Die Bußfeier stellt jedoch keinen „Beichtersatz“ dar. Ihr fehlt die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch, das in einer gut geführten Beichte aufbauend und helfend sein kann. Sie folgt – unbeabsichtigt – dem allgemeinen Trend, zu den eigenen Schwächen und Fehlern nicht stehen zu müssen. Die Anonymität von Bekenntnis und Vergebung fördert nicht das Einüben sinnvoller und persönlicher Konfliktbewältigung im Alltag.
Gegenüber der früheren Beichtpraxis legen wir dabei großen Wert darauf, dass der vergebungssuchende Mensch sich nicht als Angeklagter fühlen muss, der wegen seiner Schuld unwürdig ist und vor dem Pfarrer wie vor einem Richter kniet. Wer zum Empfang des Bußsakramentes bereit ist, zeigt schon an, dass er unter der Gnade Gottes steht und in Jesus Christus einen Freund hat. Sein vergebendes Wort darf ihm der Priester weitersagen.
In einem solchen Beichtgespräch können Sie Ihre ganz persönliche Lebens- und Schuldsituation offen besprechen, natürlich unter dem absoluten Schutz der Verschwiegenheit (Beichtgeheimnis, das auf Leben und Tod vom Priester gewahrt werden muss). In diesem Gespräch können Sie sich alles, was Sie belastet, von der Seele reden. Danach suchen wir gemeinsam nach möglichen Lösungsansätzen für Ihre Probleme. Es versteht sich von selbst, dass die Buße dann nicht mehr in der schematischen Verrichtung einer bestimmten Anzahl von Gebeten besteht. Die Art und das Maß wird von Ihnen selbst bestimmt. Im Regelfall bezieht sich die Buße auf die Einübung einer Lebenspraxis, die sich an der Lösung Ihres ganz persönlichen Schuldproblems orientiert.
Es steht Ihnen frei, auch die traditionelle Form des Gespräches im Beichtstuhl der Kirche zu wählen. Wir bieten Ihnen vor Ostern und Weihnachten jeweils feste Zeiten dafür an, die im Pfarrbrief bekannt gegeben werden.